YouTube bringt den Müll runter

Was hat ein Vortrag über Trainermythen mit dem Mut von YouTube zu tun? Das lesen Sie hier.

Gerade war ich bei einem sehr klugen Vortrag meiner Kollegen Christoph Wirl und Axel Ebert, die gnadenlos und geistreich falsche Stories aus dem Redner- und Traineralltag enttarnen.

Natürlich war auch der Klassiker „Inhalt versus Inszenierung“ ein Thema. Und die These dazu sehr schlüssig: wenn der Inhalt spannend ist, ist die Inszenierung nicht so wichtig. Das freut mich als Inhalts-Freak natürlich sehr. Ich erinnere mich an einen Vortrag des Genetikers Markus Hengstschläger, den ich genießen durfte: Der Mann steht 45 Minuten mit einem Handmikrofon auf der Bühne – und seine Inhalte sind so bestechend und klug vorgetragen, dass man ihm am liebsten noch länger zuhören möchte.

Und hier bin ich beim Punkt – mit einem wichtigen add-on.

  1. Auch Dramaturgie und Rhetorik sind Teil der Inszenierung. D.h. wenn mein Inhalt noch so packend ist unverständlich, langweilig und unstrukturiert erzählt wird, verfehlt er seine Wirkung. Hier nicht zu inszenieren wäre also schade um den Inhalt.
  2. Manchmal hat man Inhalte, die nicht ganz so spannend sind, vielleicht nicht brandneu – oder einfach furchtbar kompliziert.

Dazu habe ich dieses wunderbare Beispiel gefunden, das Sie am Foto sehen.

Beim notwendigen update meiner Apps stand bei einer App der übliche marketinglastige Text: „Die App ist der ideale Begleiter…“ und bla.

Direkt darunter YouTube – die Leute dort haben sich wohl gedacht, dass technische Details zu einem update niemanden interessieren. Drum schreiben Sie: „Wir haben Fehler behoben, die Leistung gesteigert, den Müll runtergebracht, den Rasen gemäht – Zeit für ein Nickerchen.“ Das ist genial. Es ist reduziert, charmant, anders. Und es hinterlässt damit einfach ein nettes Gefühl – praktisch ohne Inhalt. Weil der Inhalt schlichtweg langweilig und irrelevant wäre. (Und obendrein passt es sogar komplett in die Vorschauzeile).

Haben Sie gerne auch den Mut, manchmal die Frage zu stellen: „Wie will ich wirken?“ Denn daraus ergibt sich oft ein frischer, neuer Zugang, der die Herzen öffnet. Trauen Sie sich, charmant zu sein.

Zum Thema:

Kommunikation in der Krise: bitte so NICHT! | Öffentlich = Öffentlich |

2018-11-27T11:45:00+00:00

Georg Wawschinek

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