Derzeit schreiben in Österreich an die 45.000 Schülerinnen und Schüler an den schriftlichen Klausuren. Ein (hoffentlich) großer Teil davon muss dann in Kürze – bevor es zum SummerSplash oder sonstwohin auf Maturareise geht – vor die Prüfungskommission treten und die mündliche Matura oder Fachprüfung bestreiten.

Vorbereitung und Routine helfen gegen Nervosität

Wesentlich ist – wie bei allen Dingen, die gut werden sollen – die Vorbereitung. Üben Sie vor den Eltern, der Freundin / dem Freund zu sprechen und spielen Sie die Prüfung gedanklich durch („die Kraft der Visualisierung“ – aber das würde diesen Beitrag sprengen). Routine und Vorbereitung schaffen Sicherheit und mindern Lampenfieber und starke Nervosität.
Die Nervosität würde es bestimmt auch senken, wenn man vor der eigentlichen Prüfung in den Prüfungsraum kann – so hat man Zeit sich zu gewöhnen und der Raum verliert etwas von seinem vermeintlichen Schrecken. Fragen Sie also Ihren Klassenvorstand.

Damit Sie sich sicher fühlen, ziehen Sie Kleidung an, in der Sie sich wohl fühlen und die Sie nicht einengt. Auch wenn der Anzug oder das schöne Kleid extra für die Matura gekauft wurden: ziehen Sie das neue Kleidungsstück ruhig schon vor der Prüfung an, um sich daran zu gewöhnen und sich nicht „fremd“ darin zu fühlen.

Die Frage nach der Sprache in der Prüfung, also ob man hochdeutsch oder im Dialekt sprechen soll und kann, habe ich bereits in mehreren Beiträgen erörtert (Dialekt oder Hochsprache im Interview, Dialekt rules, Authentisch wirken…) . Auch in der Situation einer mündlichen Prüfung gilt: Verständlich soll es natürlich sein aber ansonsten, sprechen Sie wie Sie authentisch sind und wie es Ihrer Person entspricht (davon abgesehen… Eine Frage in Dialekt zu beantworten ist besser als „Das weiß ich nicht“ in Hochdeutsch).

Von Tischen, die nicht da sind und niemals sag‘ „das weiß ich nicht“

Und nun treten Sie vor die Kommission… vollgepackt mit Wissen, mit sicherem Stand, zu den Prüfern gewandt, die Hände nicht versteckt sondern aktiv in Ihr Sprechen eingebracht. (Natürliche) Gestik unterstützt Ihren Vortrag, keine Gestik lässt einen schnell steif und hölzern wirken.
Viele Vortragende wissen nicht, was sie mit Ihren Händen tun sollen – stellen Sie sich vor, vor Ihnen steht ein Tischpult, dann ist die Haltung Ihrer Hände gleich viel selbstverständlicher.

„Das weiß ich nicht“ ist in seiner bestechenden Eindeutigkeit des an der Frage Scheiterns gleichbedeutend mit Null Punkten. Heißt also: Nicht sagen!
Stattdessen die Frage nach hinten schieben (lassen) und auf die Erkenntnisse der Hirnforschung vertrauen, die da sagt, dass sich das Gehirn neu ordnet, wenn man nicht krampfhaft an etwas denkt, was man momentan nicht weiß. Leicht möglich, dass man fünf Minuten später diese Frage ganz selbstverständlich beantworten kann.

In diesem Sinne wünsche ich allen Maturantinnen und Maturanten gutes Gelingen für die mündlichen Prüfungen und danach einen wunderbaren Sommer!

 

 

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