Sympathisch oder kompetent… oder beides…

Oftmals (wenn authentisch vorgebracht) wirkt das im Dialekt Gesprochene sympathisch und die in Hochsprache vorgetragene Rede kompetent.

Nun – während der Ski-WM – häufen sich die Zielraum Interviews, in welchen Spitzensportler mit Adrenalin bis unter die Ohren befragt werden, noch während ihnen die Zunge bis zum Knie hängt. Hier von der Schifahrerin / vom Schifahrer ein Interview in perfekter Hochsprache zu erwarten, ist undenkbar und käme auch jedenfalls etwas seltsam auf den TV-Monitor. Wir wollen die modernen Gladiatoren der Piste vollkommen authentisch erleben (und welches Tiroler oder Vorarlberger Schi-Ass spricht schon hochdeutsch?) – das passt schon genau so. Marcel Hirscher – einer von uns!


ORF Interview mit Kommunikationsexperten Georg Wawschinek am 5.2.2019 zum Thema "Über den Charme von Sportinterviews"

Wir erinnern uns an Anita Wachter, die vom Vorarlberger Dialekt (der im deutschen TV meist untertitelt wird) zum perfekten Hochdeutsch wechselte und der man dann vorwarf, sie würde ihre Wurzeln verleugnen. Wir kennen auch Armin Assinger, der überhaupt kein Problem mit seinem Kärntner Dialekt hat und der damit vollkommen authentisch und sympathisch seit Jahren die Millionen-Show moderiert.

Wenn Sie Bedarf für die Hochsprache haben, lernen Sie diese aus einer bewussten Entscheidung heraus und machen Sie es zu Ihrem Projekt

Planen Sie einen Karriereschritt, bei dem die deutsche Hochsprache erforderlich ist oder sind Sie z.B. beruflich in Zukunft viel in Deutschland, dann lernen Sie hochdeutsch. Lernen Sie es wie eine andere Sprache und machen Sie es zu Ihrem Projekt. Die Möglichkeit, von Hochsprache zu Dialekt zu switchen – und wieder zurück – ist eine wunderbare Wahlmöglichkeit und ein ebensolches Stilmittel.

Wichtig hierbei ist, dass Sie keine Energie für den Wechsel von Dialekt zu Hochdeutsch verbrauchen müssen, denn diese brauchen Sie jedenfalls für Ihre Rede und / oder für Ihr Interview und den Inhalt dahinter.

 

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